Wenn man den ersten Januar mit rechnet, dann sind wir dieses Jahr schon zum dritten Mal in Amsterdam. Das wird langsam zur Gewohnheit 😉 Diesmal sind wir aber weder mit der Schwiegerschwester noch mit Freunden unterwegs, sondern einfach zu zweit. Und da wir nicht wie sonst an einem normalen Wochenende hin und zurück müssen, sondern einen Feiertag nutzen können (Fronleichnam), darf es diesmal sogar ein Tag länger sein.
Das obligatorische Foto der Ausfahrt 25 erspare ich euch heute mal, ich möchte aber versichern: Ja, die Tradition lebt. Ziemlich genau nach der Hälfte der Strecke gab es eine heiße Schoki in der Näher von Weilerswist. Direkt danach kam es aber schon zu den ersten Abweichungen vom „Regelprogramm“. Statt direkt zum Hotel zu fahren, ging es diesmal zuerst nach Zandvoort. Dort gibt es die Antwort auf die Frage: Welches Linux soll ich nutzen? Debian, Mint, Zorin oder Arch (btw)?

In dieser Strandbar wachen zahlreiche Spatzen aufmerksam über den Luftraum und den Boden, um heruntergefallene Krümel zeitnah und fachgerecht zu entsorgen. Unser Thema waren diesmal aber nicht die Vögel, sondern das für das Wochenende sowieso sehr wechselhaft angekündigte Wetter. Hier gab es diesmal Wechselhaft-next-level:


Zum Schluss gab es noch ein Heißgetränk, denn draußen war es zwar wieder sonnig, aber trotzdem noch kühl und windig.

Ihr wollt wissen, wie windig es draußen war?
Zugegeben, das war nicht in der Stadt, sondern am Strand, wo wir einen kleinen Verdauungsspaziergang gemacht haben.

Im Anschluss ging es aber Richtung Amsterdam, denn wir wollten das schöne Wetter auch noch in der Stadt nutzen.
Donnerstag
Den Nachmittag hat ein erster Shopping-Rundgang durch die Innenstadt eingeläutet, auf der Suche nach Handtaschen und Tonträgern. ersteres war leider nicht so erfolgreich, zweiteres… seht selbst:

Beim Durchstöbern der Regale habe ich etwas entdeckt. Wie ihr HIER nachlesen könnt: Die Viecher lassen mich dieses Jahr nicht los:

Das Concerto liegt ganz in der Nähe eines Viertels, in dem wir noch nicht oft unterwegs waren: De Pijp. Also haben wir die Gelegenheit für einen kleinen Spaziergang genutzt. Auf dem Weg dort hin haben wir einen Biergarten entdeckt, der wirklich gemütlich aussah und den haben wir am Samstag gleich mal ausprobiert:

Ohne dem Freitag zu sehr vorgreifen zu wollen, direkt am Biergarten war auch eine kleine Kuriosität zu finden:

Auch irgendwo zwischen Concerto, Blumenmarkt und De Pijp: Konkurrenz für das Concerto?

Ein bisschen abseits der angesagten Locations wie z.B. dem Straßenmarkt gibt es hier wirklich ausgesprochen schöne Ecken. Unser Highlight?
- Der Sarphatipark
- De Pizzakamer, die wir schon bei der langen Nacht der Museen entdeckt haben
- Direkt gegenüber der Pizzeria: Das weit und breit beste Eis. Ernsthaft. Kein Scheiß! Also wirklich. Maximaler Genuss bei Massimo
Der Sarphatipark ist wirklich eine kleine Oase in der Stadt. Neben einem Hunde-Gassi-Platz gab es diverse Spielplätze, Springbrunnen und jahreszeitgemäßen Nachwuchs zu entdecken:


Zum Ausklang ging es in die Food-hallen. Aber nicht mehr zum Essen – wir hatten ja schon Pizza im Bauch, sondern in die Bar „Kanarie Club„. Auch dort zieht der Trend ein, Drinks mit Gemüse zu belästigen. Sollte man einfach nicht machen!


Freitag

Den Freitag haben wir mit etwas Bekanntem begonnen: Einem Besuch beim Lieblingsbäcker: De Bakkerswinkel. Das wir hier schon irgendwie zu den Stammgästen gehören haben wir an zwei Dingen gemerkt:
- Der Besitzer begrüßt uns schon persönlich und merkt, dass wir diesmal in einer neuen Kombination da sind: Sonst immer zu Dritt mit Katharina, Während meines Segelurlaubs nur die Mädels, und diesmal Eva und ich.
- Die Getränke gingen unerwarteterweise aufs Haus. Aber nicht mit uns: Wir haben das Trinkgeld üppig aufgerundet 😉
Danach ging es weiter mit etwas Neuem: Einem Ausflug nach Zaandijk. Dort gibt es ein Windmühlenmuseum, das zumindest auf den entsprechenden Fotos immer sehr schön aussieht. Erkenntnis unsererseits: So sehen das auch viele asiatische Touristen. Zum Glück waren wir vor der ersten Bus-Welle dort.
Schon beim Verlassen des Bahnhofs in Richtung der Windmühlen stellte sich eine erste Vermutung darüber ein, was man denn dort früher gemahlen haben könnte:

Nachdem wir die Schokoladenfabrik (ohne Werksverkauf!) hinter uns gelassen hatten ging es über eine Brücke in Richtung des Mühlenmuseums. Neben den „ausgewachsenen“ Windmühlen gibt es auch eine Windmühlenschule, in der die jungen Windmühlen ungestört aufwachsen können:

Die älteren Mühlen gehen schon fleißig ihrer Bestimmung nach: Fotomotiv für Touristen.

Hier der Beweis:
Ganz im Stile der zahlreichen anderen Besucher: Das Selfie 😉

Nachdem wir im örtlichen Supermarkt eine Tafel Schokolade aus hiesiger Herstellung erstanden hatten (für 1,55€ statt für 8 € im Souvenirladen) ging es auf die Rückfahrt Richtung Amsterdam. Wir hatten im Vorfeld abgeklärt, dass das Zugticket uns einen weiteren Zwischenstopp ermöglichen würde: In Zaandam. Dort steht eine weitere, häufig fotografierte Besonderheit:

Ansonsten gab es dort aber außer einer architektonisch im gleichen Stil gehaltenen – inhaltlich aber beliebigen – Shopping-Straße wenig zu sehen. Also zurück nach Amsterdam!
Bei einem Spaziergang durch das Viertel Jordaan kamen wir „zufällig“ an einem Bagel/Sandwich Laden vorbei, den Eva schon im Vorfeld herausgesucht hatte. Und was soll ich sagen: Das war echt lecker!

Schmeckt aber auch super:

Als wir dann – frisch gestärkt – durch die Gegend geschlendert sind, kamen wir an einer auffällig langen Schlange vorbei. Jeder wollte auf dieses eine Hausboot in der Gracht. Was zum Henker war da los? Ein neues In-Restaurant?

Und da fiel es uns wieder ein: Wir hatten vor ein paar Tagen von einem Boot gelesen, auf dem heimatlose Katzen beherbergt werden. Ganz offensichtlich sind wir da zufällig dran vorbei gekommen:

Für den Freitag Abend war ich mir noch nicht einig, ob ich fast 40 Euro für ein Konzert von Seasick Steve ausgeben wollte. Einerseits hätte es mich interessiert, andererseits war ich mir sicher, dass es nicht so ganz Evas Geschmack sein würde. Zum Glück gab es eine Alternative: In Amsterdam war Jazz-Festival mit verschiedenen kleinen und kostenlosen Auftritten. Unter Anderem war dabei eine Multi-Instrumentalistin, die für den Veranstalter „Red-Light Arts and Culture“ im Informationscenter für Prostituierte auftrat. Klingt interessant? Oh ja!
Notiz an mich selber: Das nächste Mal Seasick Steve…
Immerhin hatten wir für hinterher einen Tisch im Ijver reserviert, da gehen wir im Rahmen unsrer Amsterdam Urlaube immer gerne mal hin. Nebenan auf dem ehemaligen Werftgelände fand an dem Wochenende auch ein Deep-House Festival statt. Zum Glück hat man das drinnen nicht so sehr gehört 😉


Samstag
Am Samstag gab es ein weiteres Frühstück in unserer Lieblingsbäckerei: Bewährtes soll man bei behalten.
Danach ging es per Pedes erneut durch bisher unbekannte Straßen mit dem Ziel Westerpark. Das Wetter war ein bisschen wackelig und dort gibt es ein paar interessante Indoor-Angebote, die man sich bei schlechtem Wetter gut anschauen kann. Auf dem Weg dorthin haben wir wieder kleinere und größere Überraschungen entdeckt:


Doch zunächst stand Entschleunigung auf dem Plan: Getränke in der ab und zu durch zwinkernden Sonne. Doch mit Fortschreiten der Zeit wurde das Regenradar immer penetranter in seiner Behauptung, es würde bald regnen. Also hat Eva uns zwei Tickets gebucht:
In der Fabrique Lumieres – in der wir auch schon mal die 3D-Projektionen der Bilder des Malers Klimt gesehen haben – ging es diesmal um die Dinosaurier. Dieses Programm war im Gegensatz zu Klimt, wo ausschließlich die Werke kommentarlos aber wunderschön projiziert wurden, fast schon ein Bildungsevent, da die Geschichte der Dinosaurier und einzelne Besonderheiten verschiedener Arten ausgiebig (auf Niederländisch) kommentiert wurden. Wir mussten daher phasenweise den englischen Untertitel konsultieren.
Zum Abendessen hatten wir uns mit einer weiteren neuen Option beschäftigt: Wenn wir mit der Metro aus der Stadt zum Hotel fahren, steigen wir immer EINE Station vor der Endstation aus. Irgendwann fragt man sich: Und was gibt es am Ende? Ist da Licht am Ende des Tunnels? Also hat Eva ein bisschen recherchiert und fest gestellt, dass es dort einen gro0en Food-Court geben soll: Den Market 33. Dort wollten wir am Samstag Abend essen gehen.
Um auf die Frage von eben zurück zu kommen: Ja, es gibt Licht am Ende des Tunnels, die Endstation liegt nämlich überirdisch. Allerdings gab es dort nichts zu essen: Die Gegend ist offensichtlich eine Geschäftsgegend mit vielen Büros. Und da DIESE am Samstag und Sonntag geschlossen sind, haben auch der Food-Court und die meisten anderen Restaurants zu. Schade. Das muss auf die Liste für Dinge, die wir an einem Werktag nachholen müssen.
Aber wir waren ja trotzdem hungrig und da stellte sich die Frage: Wo essen gehen? Zum Glück war eine Pizzeria auch am Samstag geöffnet: Rosso Pizza Bar. Hier gab es neben ganz passabler Pizza eine entspannte, fast schon nüchterne Atmosphäre. Und es gab rosa Cola. Doch, wirklich. Seht selbst:

Geschmeckt hat sie zwar ganz gut, aber die Optik war schon ein bisschen irritierend.
Auf dem Rückweg zur Metro-Station haben wir erneut ein paar Hochhäuser gesehen, die mir aus der Ferne schon früher aufgefallen waren. Ein weiteres Beispiel für die interessante und kurzweilige Architektur in Holland. Und wieder eine Menge Kältebrücken… Es drängte mich fast, sie gedanklich zusammen zu schieben und zu sehen, ob daraus ein ganzes, glattwandiges Hochhaus entstehen würde.

Zum Ausklang des Abends ging es – wir saßen ja eh schon in der Metro – noch ein letztes Mal zu unserer neuen Lieblingseisdiele, bevor wir uns auf den Heimweg machten.
Und so gingen drei äußerst kurzweilige Tage in Amsterdam zu Ende, die wir glücklicherweise bei generell deutlich besserem Wetter verbringen konnten, als ursprünglich vorhergesagt war.
Viele Grüße,
Bloke