Gestern hatte es mit dem Besuch des Timanfaya Parks leider nicht geklappt, weil schon alle Tickets verkauft waren, also ging es am letzten Tag früh morgens noch einmal die knapp 20 Kilometer in die Vulkanlandschaft. Eigentlich war ich recht entspannt, hatte mir der nette Parkmitarbeiter am Vortag doch mitgeteilt, dass sie um 9 Uhr öffnen würden und um diese Zeit keine Schlangen zu erwarten wären.
Meine erste Reaktion, als ich über die kleine Passstraße kam und die Einfahrt zum Park in den Blick kam: Was zum Henker…? Da standen die Autos schon Schlange, einige sogar schon raus bis auf die Straße. Was soll das? Im Nachhinein lässt sich sagen… Ich hatte keine Ahnung! Aber dazu komme ich später.
Offensichtlich wurde schon damit begonnen, die Autos möglichst dicht an dicht vor die Schranke zu bugsieren und am ende wurde schon um 10-vor-9 das Tor geöffnet. Es führt eine lange, schmale und kurvige Straße durch die Vulkanlandschaft, bevor es am Ende auf einen der Hügel hoch geht. Dort befindet sich der Parkplatz, die Bushaltestelle für die Rundfahrt durch den Park, und das Besucherzentrum inklusive dem Restaurant „Diablo“.
Die Rundfahrt
Offenkundig war unsere Gruppe Autos auch nicht die allererste des Tages, aber es war insgesamt wenig los: ca. 30 Autos auf dem Parkplatz. Ich schätze, ich habe den zweiten Rundfahrtbus des Tages bekommen. Diese Tour dauert 35 Minuten und man gewinnt ein paar interessante Einblicke in die Ereignisse rund um 1730, als hier die Vulkane ausbrachen und gut 6 Jahre tobten.

Man darf unterwegs leider nicht aussteigen und die Fensterscheiben des Busses spiegeln wie die Hölle. Beim Versuch, einen guten Ausschnitt OHNE Spiegelung hin zu bekommen, sind nicht alle Bilder gerade geworden. Tut mir Leid.

Irgendwann führt die Route auch oberhalb der Zubringerstraße wieder in Richtung Restaurant zurück, dann hat man einen Blick ins Landesinnere. Die Leute hier sind schon Geschäftstüchtig. Es wird alles vermarktet. Von den Rundfahrten hier, über Kamelwanderungen bis hin zu Sand-Buggy Touren außerhalb des Parks.


Es gab einen kurzen Halt in einem von Lava geformten Canyon, an dem die damals flüssige Lava kleine „Tropfsteine“ geformt hat. Da war der Blick aber so schwierig und die Spiegelungen so stark, das hab ich nicht fotografiert sondern einfach den Anblick genossen.
Die Vorführungen
Kaum aus dem Bus ausgestiegen, wird man schleunigst weiter bugsiert: Schnell noch eine Vorführung anschauen. Die eine davon, ein „manueller“ Geysir, war eher „geht so“. Es handelt sich nicht um einen natürlichen Geysir, sondern sie kippen halt 5 Liter Wasser in ein Rohr um zu zeigen, wie heiß die Erde zwei/drei Meter tiefer ist.
Ein paar Meter weiter fand ich es (als alter Pyromane) schon interessanter. Dass man hier sogar Stroh entzünden kann, hat mich doch ein wenig überrascht. Da brauchts ein bisschen mehr Hitze als zum Wasser kochen…

Zum Schluss wird man freundlich aber bestimmt in Richtung Souvenirshop geschoben, den ich aber flugs umgangen habe. Stattdessen geht es gleich daneben zum bekannten Grill. Hier wird auf der aus dem Schlund aufsteigenden Hitze gegrillt. Aber macht euch bitte keine falschen Vorstellungen. Es brutzelt und zischt nix. Die Luft aus dem Schlund ist zwar deutlich heiß, aber es reicht im Hinblick auf das Fleisch eher zum garen…
Interessanterweise ist der Fußboden hier ebenfalls deutlich über handwarm!


Um euch mal noch ein Gefühl für den Ansturm zu geben:

Um noch einmal auf den Anfang zurück zu kommen und meine wahrgenommene Autoschlange…

Dort wo ich – nach Passieren des Eingangstores – entspannt die schmale Straße zum Parkplatz hoch fahren konnte, da standen sie nun. Nicht zum Parken. Nein, da steht ganz vorne ein Parkwärter und lässt immer dann jemanden rein fahren, wenn ein anderer gerade raus fährt. DAS ist die Schlange, an die der Parkwärter gestern wohl gedacht hatte und ich stimme zu, um kurz vor 9 Uhr war da definitiv noch keine Warteschlange!
Ab dafür
Das war es also, mein Skippertrainig-Katastrophen-Ersatzprogramm. Ich habe mich noch kurz im Appartement für den Heimflug umgezogen (die Eisheiligen schienen Deutschland fest im Griff zu haben) und mich dann auf den Weg zum Flughafen gemacht.
Entgegen der Anreise ging das bis auf ca. 20 Minuten Verspätung sehr ereignislos vor sich. Wir haben die Verspätung sogar mit deutlich Rückenwind und einer „Ground Speed“ von über 1.050 km/h mehr als eingeholt.

Nachbetrachtung
Tapfere und ausdauernde Leser meines Blogs wissen, dass dieser Urlaub ursprünglich anders geplant war. Die große Enttäuschung kam für mich aber im Nachgang. Denn der Reiseveranstalter, über den ich das Skipper Training gebucht hatte, und der mit mir unmittelbar vor dem Törn noch rege kommuniziert hatte (u.a. die Information, dass ich der einzige „offizielle“ Teilnehmer sein werde) wurde nach Abbruch des Trainings überraschend wortkarg.
Man kann sich darüber streiten, was der Veranstalter ggf. noch hätte sagen oder tun sollen, aber aus meiner Sicht stellt sich die Situation so dar:
- Ich habe mir mit viel Stress ein Woche im Kalender frei geschaufelt
- Ich habe nicht nur gut 1.300 Euro für das Training bezahlt, sondern auch noch 400 Euro für den Flug
- Ich habe eine kakerlakenfreie Ersatzunterkunft gebucht
- Und einen separaten, vorzeitigen Heimflug.
Ja, ich habe mich mit dem Skipper über eine Entschädigung geeinigt, am Ende war ich aber trotzdem nur einen halben Tag tatsächlich auf dem Wasser. Und das nicht, weil das Wetter schlecht gewesen wäre, sondern weil diese dubiose Mischung von „Skipper und ein Kumpel“ nicht funktioniert hat.
Hätte man da nicht mal „wir haben vom Abbruch gehört, es tut uns Leid, dass das Training nicht wie geplant stattfinden kann“ schreiben können? Sich für dieses Setup und das Ergebnis entschuldigen? In irgendeiner Weise Bedauern zum Ausdruck bringen können?
Nix. Funkstille. Ich habe am Donnerstag noch eine Nachricht geschickt, in der Hoffnung, eine Reaktion oder ein Mitdenken an zu regen. Zuviel verlangt. Schaut selbst:

Und so wie es ausschaut werde ich DIESEM Anbieter mein sauer verdientes Geld zukünftig nicht mehr in den Rachen werfen. Vielleicht sind sie ja gut, wenn alles glatt läuft. Aber Krisen- oder Ausnahmemanagement? Fehlanzeige. Nein Danke.
Bloke
