Urlaub auf dem Wasser – Teil 1

Ahoi zusammen!

Wie ihr aus den diversen Artikeln rund um die Urlaubsplanung erfahren konntet, war es dieses Jahr so weit: Zum ersten Mal war ich als Skipper mit dem Segelboot unterwegs. Bisher durfte ich mich darauf verlassen, dass jemand anderer alles im Blick hat:

  • Routenplanung
  • Wetterbericht
  • Zielauswahl nach Interessen
  • Sicherheit im Hafen und auf dem Wasser

Aber diesmal war ich derjenige, der Augen und Ohren offen haben musste und am Ende hoffentlich eine zufriedene Mehrheit wieder im Ausgangshafen abliefern würde. Und soviel sei vorweg gesagt: Es hat fast geklappt. Fast! Da bleibt nur noch: Mast und Schotbruch!

Die Vorzeichen dieses Törns standen von Anfang an auf „machma langsam“, da die Wenigsten tatsächlich Segelerfahrung mit brachten. Daher bin ich die Dynamikfrage (wieviel Schräglage ist erlaubt, wieviel Wind nehmen wir mit?) eher konservativ angegangen. Und fast war es, als wäre das Wetter vorab informiert worden. Wir hatten gleich am Sonntag nur mäßigen Wind. Noch dazu direkt von hinten.

Langsam anfangen

Für die Segler unter den Lesern: Diese Situation habe ich für einen geruhsamen ersten Segeltag von Trogir nach Milna genutzt. Wind von Achtern, also Vorwind- bzw. Raumwindkurs. Um den Stresslevel mit dem Großsegel klein zu halten haben wir einfach nur das Vorsegel raus gelassen und uns von dem „Lappen“ ziehen lassen.

Milna kannte ich schon vom Skipper Törn im November und ich fand die Hafeneinfahrt durch den kurzen „Fjord“ schon im Winter bei Nacht toll.Aber das macht auch im Sommer Spaß. Ich war mir nur nicht sicher, ob das Hafenbüro verstanden hatte, wieviel Tiefgang unser Boot hat. Beim rückwärts Einparken (immerhin gerade aus, ohne Slalom um Moorings und andere Boote) bekam ich irgendwann den Niedrigwasseralarm. Der unter dem Boot (gemessen ab Kiel) verfügbare „Spielraum“ an Wassertiefe schwand in kleinen aber kontinuierlichen Schritten. 1,9m….1,5m… 1,0m…80cm… Am Schluss waren noch ca. 50cm Wassertiefe übrig. Das hätte es für den ersten Tag nicht gleich gebraucht.

Den bunt beleuchteten Kirchturm in Milna kannte ich schon vom letzten November.

Einer unserer Mitsegler hatte eine Empfehlung für ein gutes Fisch / Fleisch-Restaurant, die wir auch gleich genutzt haben. Große Empfehlung für Milna-Reisende: Restaurant Bago.

Ein Plan ist ein Plan ist ein Plan

Neuer Tag, nächste Etappe. Es sollte ursprünglich nach Vela Luka gehen. Aber erstens wäre das angesichts nur schwachen Windes ein ziemlich lang(weilig)er Ritt geworden und zweitens hätten wir für den Rückweg eine Menge Starkwind gegen uns gehabt. Daher habe ich den Plan sprichwörtlich in dem Wind geschrieben und die Route kurzfristig geändert. Wir haben Vela Luka ausgelassen und stattdessen das übernächste Reiseziel (das auf dem ursprünglichen Rückweg gelegen hätte) angesteuert. Palmizana, auf einer der Insel Hvar vorgelagerten Inselgruppe.

Palmizana. Ein wirklich idyllisch gelegener Partyhafen 😉

Das war ein wirklich malerisch gelegener, kleiner Hafen umgeben von Hügeln und Natur. Das Wasser war für einen Hafen geradezu surreal klar. Auf der Rückseite eines angrenzenden Hügels gab es die Ankerbucht für die Reichen und Schönen sowie eine Menge offensichtlich hochpreisiger Restaurants mit phantastischer Aussicht über die Bucht.

Überraschenderweise waren die Restaurants am Ende auch nicht teurer als die bisherigen in Trogir oder Milna und das Essen war unglaublich gut. Riesige Empfehlung: Bacchus Palmizana.

Der Ausblick vom Bacchus Palmizana. Traumhaft!

In der Nacht auf Dienstag wurde es windig – es kündigte sich die Bora an. Windböen bis über 50 Knoten (>80km/h) waren vorhergesagt. Gleichzeitig füllte sich der Hafen mit einer Menge Party-Boote. Irgendwann wurde klar, dass die Nacht auf Dienstag aus Partygesängen und Mastklappern bestehen würde. Und gegebenenfalls aus wildem Geschaukel. Ist schonmal jemandem aufgefallen, dass sich Mastklappern mit geschlossenen Augen genauso anhört, wie das Läuten von Kuhglocken auf der Alm?

Den Dienstag haben wir aus Rücksicht auf die Bora im Hafen verbracht und das Meer in Ruhe gelassen. Lediglich ein Städtetrip mit dem Wassertaxi von Palmizana nach Hvar stand auf dem Programm. Morgens war der Wind noch heftig am Wehen und sorgte für Wellen und „Frostbeulen“.

Mit dem Speed-Taxi ‘rüber nach Hvar.
Denkmal am Hafen von Hvar.

Ich will BADEN!

Der erste Wettercheck für Mittwoch zeigte an, dass es morgens wieder in das entgegengesetzte Extrem schlagen würde. Zuwenig Wind um sinnvoll zu segeln. Also haben wir den Plan erneut ein wenig modifiziert. Vormittags sind wir mit dem Motor in eine schöne Badebucht getuckert (In der Zufahrt nach Stari Grad auf Hvar. Den genauen Namen muss ich nochmal raus suchen. Salopp gesagt: Reinzus auf der linken Seite) und haben für den Nachmittag eine Segeleinheit eingeplant.

Badebucht auf der Insel Hvar.

Wiedermal „downhill“ mit dem Wind, diesmal würden wir aber gute Raumwindkurse fahren können, auf denen wir zwischen Hvar und Brac hin und her halsen können.

Wie angekündigt hat der Wind ein bisschen aufgefrischt und wir sind nach gut zwei Stunden Badepause in die zweite Tageshälfte gestartet. Bei Winden bis zu knapp 20 Knoten haben wir fast die ganze Segelfläche gesetzt. Das geht bei einem Rollsegel ja quasi Stufenlos.

Nach den ersten zwei Manövern habe ich gelernt, die doppelte Großschot zu hassen. Bei einer Halse muss immer die Großschot, die den Öffnungswinkel des Großsegels steuert, dicht geholt (verkürzt) werden, damit das Großsegel beim Wechseln der Seite nicht zuviel Schwung bekommt sondern rechtzeitig abgefangen werden kann. Bei ZWEI Großschoten muss man erst die gerade nicht benutzte dicht holen, dann die gerade benutzte auch. Wenn das Segel dann die Seite wechselt und von der „anderen Seite“ gehalten wird, muss man die beide auch wieder öffnen, damit das Segel für den Raumwindkurs offen steht. Was für ein Aufwand.

… To be continued!

Bloke

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