Nun ging es weiter zu unserer letzten Station der Rundfahrt: Salisbury. Von uns immer ausgesprochen „Sailsbury“ und zwei mal korrigiert von Engländern: Saalsbury. Die Fahrt von Lynton aus war mit über 230 Kilometern die zweitlängste der Reise und so haben wir uns nur wenige Stopps unterwegs vor genommen. Genaugenommen nur einen. Erschwerend kam hinzu, dass die Hitzewelle im Süden Englands in vollem Gange war. Da läuft man nicht gerne durch die Hitze und Höhlen wie im Cheddar Valley waren rar.
Barrington Court
Auf dem Weg nach „Saalsbury“ lag das Herrenhaus Barrington Court, das wir uns als Teil des National Trust anschauen wollten. Wir kamen gerade noch rechtzeitig, um an einer Führung teil zu nehmen. Leider war die erste Sache, die wir erfuhren, dass es vor ca. einem Jahr während eines Sturmes zu einem heftigen Dachschaden kam, der mehrere Räume, Vertäfelungen und Decken in Mitleidenschaft gezogen hat. Daher ist bis auf Weiteres nur die „Besichtigung“ von außen möglich. Dennoch haben wir ein paar interessante Informationen zum eigentlichen Haus sowie den zum Wohnhaus umgebauten Stallungen erfahren.

Immerhin konnte man das Backsteingebäude betreten und sich einen Eindruck davon verschaffen, wie man vor vielen Jahren hier gewohnt hat.


Auf dem Weg durch die gleißende Sonne zurück zum Cafe ging es noch als Abstecher durch zwei Gärten der Anlage. Wir waren von der Pflege und dem gärtnerischen Anspruch aber eher „underwhelmed“.



Die Hitze machte uns echt zu schaffen und so gab es im Cafe den verzweifelten Versuch einer Abkühlung durch Kaltgetränk und Eis am Stiel, was die Kerntemperatur kurzzeitig senkte. Angesichts weiterer hautseitiger Flüssigkeitsabsonderungen haben wir jedoch beschlossen, keine weiteren Stopps ein zu legen und direkt zur nächsten Unterkunft durch zu fahren.
Salisbury
Da wir keine weiteren Stopps mehr einlegten, waren wir deutlich früher als geplant an der Unterkunft und hatten Sorge, ob das Zimmer schon bereit sein würde. Notfalls hätten wir (hoffentlich) die Koffer abgestellt und wären ein bisschen in die Stadt gelaufen. Aber zum Glück war unser Gastgeber da und sogar ziemlich glücklich über unsere frühe Ankunft, da alle anderen Gäste auch schon da waren und er damit für den Rest des Tages frei hatte und auf niemanden mehr warten musste.
Nach dem Check-In und dem Fragebogen für das Frühstück gab es noch eine Reihe an Empfehlungen für unseren Rundgang in die Stadt. Zwei Empfehlungen haben sich als besonders wertvoll heraus gestellt:
- Den Town Path zum Hotel/Pub „Old Mill„. Durch einen grünen Park mit vielen Flüssen bzw. Flussarmen, knöcheltiefes, kühles und klares Wasser und eine Menge Kinder, Erwachsene und Hunde, die sich dort abkühlten. Wir haben uns zwei Stunden in den Biergarten gesetzt, kühle Getränke genossen und gewartet, bis sich die größte Hitze verzogen hatte.
- Abendessen im Pub „The New Inn“ in der Stadt. Das New Inn war eine von zwei Pub-Empfehlungen unseres Gastgebers und es war aus unserer Sicht ein Volltreffer. Es gab einen schönen Garten mit Blick auf die Kathedrale (zumindest durch die Zweige der großen, alten Bäume hindurch), angenehmen Schatten und fair bepreistes und leckeres Pub-Essen.
Die Innenstadt haben wir nur kurz bei einem Verdauungsspaziergang angeschaut. Es gibt viele Flüsse / Flussläufe und schöne Pubs und Restaurants. Das wäre sicher noch einmal einen Besuch wert. Uns war es aber absehbar zu heiß, sodass wir auch am nächsten Tag eine Unternehmung außerhalb der Stadt angepeilt haben: Die Cheddar Schlucht.
Aber ein Bild der Kathedrale, in der auch eine Version der Magna Carta aufbewahrt wird, möchte ich euch nicht vor enthalten:

Das Areal rund um die Kathedrale betritt man durch einen Torbogen:

Auf dem Weg zur Unterkunft haben wir noch diesen kleinen Racker entdeckt. Ich war ja schon satt, es bestand also keine echte Gefahr für sein Brot:

Damit ging dieser letzte große „Fahrtag“ unserer Reise zu Ende und wir machten uns auf den Weg ins Bett. Für den nächsten Tag hatten wir bereits Karten gekauft (Stonehenge) und wollten uns ansonsten in kühle Gefilde verdrücken.
Bloke
