Kurz vor Schluss

Wir haben nun deutlich mehr als die Hälfte des Urlaubs hinter uns aber wir freuen uns dennoch über jede Menge vor uns liegende schöne Erlebnisse. So auch am heutigen Tag, an dem wir uns einmal rund um Lynton umgesehen haben

Valley of the Rocks

Unsere Unterkunft in Lynton lag an einer Ausfallstraße, die in einer Sackgasse im Valley of the Rocks endete. Als wir unserem Gastgeber beim Frühstück von der Absicht erzählten, den Tag dort zu beginnen, sagte er noch: Look out for the Goats. Hmmm…

Überraschenderweise konnten wir bei unserer Ankunft keine einzige Ziege finden und haben uns zunächst auf einen kleinen Wanderweg entlang der Klippen gemacht. Hier gab es wirklich schöne Ausblicke entlang der Küste und aufs Meer:

Weiter unten lagen dann tatsächlich drei Ziegen auf dem Weg und haben sich nur mäßig motiviert aus dem Weg bewegt. Erst nach unserer Rückkehr zum Parkplatz wurden wir dann auf Gemecker aufmerksam…

Ich hab euch mal diejenigen eingekringelt, die ich noch gefunden habe. Da waren mehr, aber die erkenne ich nicht mehr eindeutig im Bild.

Dunster Castle

Im Anschluss ging es über die gut 30 Kilometer lange und sehr schmale Uferstraße zu einem wirklich gut erhaltenen Schloss: Dunster Castle. Parken und Eintritt waren als Teil des National Trust kostenlos, aber die „Behind the Scenes“ Tour über die Dachböden und durch die Unterkünfte der früheren Angestellten, hat 3 Pfund extra gekostet. Das haben wir uns gegönnt und auch wenn man da nicht fotografieren durfte, so war es das allemal wert. Die beiden Guides waren wirklich amüsant.

Auf dem Gelände gab es zusätzlich einen schönen Garten (eher Wald) mit einem kleinen Fluss und einer Wassermühle, die noch heute Mehl produziert. Direkt daneben ist in der Neuzeit ein Cafe eingezogen und bietet leckeres Gebäck, Pralinen und Kaffee an.

Lynton / Lynmouth

Lynton, das Dorf, in dem wir zwei Nächte verbracht haben, besteht im Grunde aus zwei Teilen: Lynton, Oben (quasi auf den Klippen, im Hochland) und Lynmouth, unten am Strand. Verbunden sind die beiden Ortsteile durch eine wirklich steile Straße und – alternativ – durch eine wasserbetriebene Standseilbahn. Ja, Wasserbetrieben:

Und wie funktioniert das? Die beiden gegensätzlich laufenden und mit einem Seil verbundenen Wagen haben jeweils einen riesigen Wassertank im Bauch, der entsprechend der Gewichtsverteilung befüllt oder entleert wird, bis sich die Wagen in Bewegung setzen…

So sieht das Ganze an der Bergstation aus.
Hier läuft das Wasser in den Tank.

Natürlich macht es einen Heidenspaß, mit der Bahn zu fahren. Alles ist alt, knarzig und faszinierend!

Nach der erfolgreichen Fahrt hinunter nach Lynmouth haben wir einen kleinen Rundgang gemacht und sind dabei auf drei große Fontänen aufmerksam geworden. Es sah fast so aus, als ob die Feuerwehr eine Übung machen oder ein Schiff begrüßen würde. Dummerweise habe ich jemanden auf dem Gelände angesprochen, weil ich wissen wollte, was das ist und habe den Ehrenpreis gewonnen: Es stellte sich heraus, dass das ein Wasserkraftwerk war und der Betreiber war ein Öko-Extremist, der mir eine halbe Stunde lang erklärt hat, wie das mit dem Klimawandel und den bösen USA und Russland so läuft…. Schwere Kost…

Als kleine Entschädigung für die schräge Unterhaltung konnte ich „unten“ zumindest mein Fotoprojekt fortsetzen. Welches? Es gab Anfang Juli ein Vogelscheuchenfestival – oder eher einen Wettbewerb. Im ganzen Ort wurden Vogelscheuchen gebastelt und ausgestellt. Thema diesmal: Film-Charaktere. Wobei die Grenzen zu Literatur offensichtlich fließend waren… Und wer erkennt eine der Figuren?

Und damit ging unser Tag in Lynton mit einem Spaziergang und einem leckeren Abendessen zuende. Es war wirklich nett hier, wenn man mal die längere Unterhaltung mit einem Klimaschutzextremisten ausblendet…

Bloke