In the Summer, in the City…

Nachdem die Rundfahrt ohne weitere Zwischenfälle zu Ende ging und auch das Auto ohne Reklamationen seitens des Vermieters abgegeben war, lagen noch eineinhalb Tage London vor uns. Diese hatten wir separat / selbst gebucht, um uns noch ein wenig aus zu ruhen und vielleicht ein paar Ecken der Stadt zu erkunden, die im Winter, bei Kälte und/oder Regen, generell nicht ganz oben auf der Liste stehen.

Natürlich wollten wir uns ein bisschen treiben lasen, aber es gab auch ein/zwei Dinge, die mehr oder weniger fest standen:

  • Besuch des Hydepark-Festivals „von außen“
  • Das Barbican Conservatory
  • Das V&A Museum bzw. der Scone dort

Insgesamt und zusammenfassend kann man sagen: Scheiße war das heiß. Entgegen unserer ursprünglichen Hoffnung war es ja schon die letzten 12 Tage in Südengland eher warm, London hat mit gut 30 Grad aber den Vogel abgeschossen.

Ich lasse den Artikel eher kurz und poste euch, da wo ich welche habe , einfach ein paar Bilder.

Freitag

Am Freitag haben wir es geschafft, eine individualisierte / personalisierte Tasche bei Uniqlo zu bestellen, die sollte am Samstag abgeholt werden können. Bei der Gelegenheit habe ich ganz in der Nähe für Samstag Früh einen Termin beim Bart-Stylisten gemacht.

Danach haben wir uns ein paar Vorräte für die Nacht (Wasser) und zum Abendessen (Bagels) besorgt und sind in den Hydepark gegangen. Dort spielte an dem Abend der Künstler „Pitbull“. Außer uns waren noch einige weitere kartenlose Zuhörer außerhalb des Geländes und haben dort mit Glatzen-Perücken (angeblich gab es da einen Rekord-Versuch) und Sonnenbrillen ein Fest gefeiert:

Wir haben uns beim Picknick nicht weiter stören lassen und man möchte fast meinen, die gute Laune ist ein bisschen auf uns übergeschwappt.

Wir haben trotz aller guten Laune nicht bis zum Schluss aus gehalten und sind auf einen Verdauungsrundgang durch das nahegelegene Viertel Mayfair gegangen, wo Eva noch eine bekannte Häuserfassade fotografieren wollte. Dabei sind wir an zahlreichen teuren Autos, einem Rolls-Royce-Händler und Niederlassungen von Lamborghini und Ferrari vorbei gekommen. Da weiß man, wo das Geld versteckt ist…

Nach einer Weile konnte Eva die Fassade auch ganz ohne störende Busse fotografieren, den Türsteher musste sie aber raus retuschieren. Eine Recherche im Internet hat mir erst im Nachgang gezeigt, wieso überhaupt ein Türsteher vor einem Restaurant stand...

Samstag

Der Samstag startete mit dem Frühstück in unserem seit Langem etablierten traditionellen „Cafe“:

Danach ging es direkt zum Abholen der personalisierten Tasche und zu meinem Barbier. Entgegen meines ersten Eindrucks bei der Terminvereinbarung am Vortag hat die Dame bei den Pall Mall Barbiers laut Eva einen hervorragenden Job gemacht. Und das Bart-Öl hat auch gut gerochen!

Den weiteren Tag haben wir mit einem Rundgang durch die Stadt verbracht und zahlreiche Orte besucht, an denen wir bisher noch nie waren:

Skulpturenausstellung am Leicester Square:

Neals Yard, eine süße, kleine Gasse mit Lädchen und Restaurants. Schön bunt:

Dachterrasse auf One New Change mit sensationeller Aussicht und preislich angesichts der Lage noch echt im Rahmen:

The Royal Exchange – Im Grunde eine Shopping Mall. Unter Anderem gab es dort einen Süßigkeiten-Laden (Fortnum & Mason), dessen Keksdosen wir auch am Flughafen schon mehrfach bewundert haben. Zusätzlich gab es im Laden (nicht im Webshop und nicht am Flughafen) Kakao-Pulver. Das mussten wir zunächst im Café in der Mitte der Exchange ausprobieren, bevor wir dann eine Dose mit genommen haben.

Leadenhall Market, eine weitere Shopping-Passage, ähnlich zu Mailand. Aber mit dem schöneren Dach 😉

Von hier aus ging es langsam in Richtung unsres vorgebuchten Termins im Barbican Conservatory, im Grunde ein Pflanzenschauhaus. Unterwegs haben wir nochmal einen schönen Blick auf die Hochhäuser der Gegend werfen können und festgestellt, dass man Betonwüsten auch sehr farbenfroh gestalten kann:

Mit diesem Ausblick ging es dann zum Barbican. Der gesamte Block stellt ein interessantes Wohnprojekt vom Anfang der 70er dar, das aus allen Poren den Charme eines Ludwigshafener Rathauscenters, eines Heinrich-Böll-Gymnasiums oder eines Luisenpark Pflanzenschauhauses versprüht. Möglicherweise gepaart mit einer Prise Collini-Center.

Zugeordnet wird es dem Architekturstil des Brutalismus. Aus Wikipedia ausgeliehen:

Der Brutalismus (zugehöriges Eigenschaftswort brutalistisch) ist ein Baustil der Moderne, der ab 1950 Verbreitung fand. Die Bezeichnung hat verschiedene Ursprünge, wie darunter den französischen Begriff béton brut („roher Beton“, Sichtbeton), mit dem der Architekt Le Corbusier den sichtbar belassenen Beton an der Unité d’Habitation in Marseille beschrieb. Der von Reyner Banham geprägte Begriff New Brutalism (Neuer Brutalismus) dagegen stand ursprünglich für eine Architektur, die den idealisierten Anspruch besaß, authentisch bei Material und Konstruktion und ethisch bei den sozialen Aspekten der Architektur zu sein.[1]

Heute wird der Begriff weniger eng definiert und steht für die dominierende Architektur zwischen etwa 1960 und dem Anfang der 1980er-Jahre. Er wird nunmehr überwiegend negativ rezipiert.[1] Der Brutalismus ist geprägt von der Verwendung von Sichtbeton, der Betonung der Konstruktion, simplen geometrischen Formen und meist sehr grober Ausarbeitung und Gliederung der Gebäude.

Mich hat hier insbesondere das Barbican Conservatory interessiert, das zwar keinen Eintritt kostet, für das man aber dennoch einen Zeit-Slot buchen muss, da man dort die Besuchermassen ein bisschen regeln möchte. Hier ein paar Eindrücke vom Center allgemein und dem Pflanzenschauhaus:

Das Wasser in der Anlage ist so grün / schlammig, dass Enten beim darin Schwimmen Spuren hinterlassen…. Iiiih:

Und hier nun das eigentliche Pflanzenschauhaus:

Ich hatte das Barbican schon länger mal auf dem Zettel und bin froh, dass es dieses Mal geklappt hat.

Zum Abend haben wir den Kreis geschlossen und sind zum Anfang der Reise zurück: Die Pizza Pilgrims. An diesem Tag durften wir oben an einem Tisch im „Stockbett“ essen. Die Aussicht war fast so gut wie die Pizza:

Sonntag

EIGENTLICH gäbe es zum Sonntag nicht viel zu schreiben, denn es stand lediglich der Heimflug an. Wir hatten extra am Vorabend noch unser „Oyster Cards“ für den Nahverkehr aufgeladen, auf das wir genug Geld für die Fahrt zum Flughafen Heathrow haben.

Wir wussten schon, dass die von uns präferierte Piccadilly Line an diesem Wochenende nicht fahren würde (war da nicht schon mal was vor zwei Wochen?) und haben uns daher auf eine Fahrt mit der Circle Line zum Bahnhof Paddington und von da mit der Elizabeth Line nach Heathrow eingerichtet. Doch was mussten wir feststellen, als wir endlich bei Paddington am Gleis standen? Die Elizabeth Line hatte für unbestimmte Zeit Verspätung. Ach steig mir doch in die Tasch‘!

So waren wir also „froh“, dass wir unsere Fahrkarten völlig umsonst aufgeladen hatten und dass von Paddington zufällig auch der Heathrow Express fährt… für knapp 30 Pfund pro Nase.

Immerhin hat das ohne weitere Probleme funktioniert und wir konnten, nachdem wir zügig und ohne Schlangestehen sowohl die Koffer abgeben als auch durch die Security gehen konnten, unser Frühstück genießen. Wo? Na wo wohl!

Ach übrigens: Habe ich schon erwähnt was für ein großer Fan ich von den neuen Scannern bei der Security bin (auch teilweise in Frankfurt im Einsatz), wo man einfach alles in den Handgepäck-Taschen lassen kann und weder Notebook noch Handy heraus holen muss?

Viele Grüße,
Bloke