Nordisch by nature… Teil 2

Hier nun also die Fortsetzung zum Bericht aus Hamburg. In Teil 1 haben wir uns zum Ende des Tages mit einem „Kontrollgang“ in Richtung Elbphilharmonie auf den Sonntag vorbereitet, man will ja nicht zu spät kommen. Zu spät? Ja, wir hatten Konzertkarten. Seit wann ich ins Konzert gehe, fragt ihr? Zumal in ein klassisches Konzert? Seit ich unbedingt den großen Saal der Elbphi sehen will, der aber nicht zuverlässig in den zu buchenden Besichtigung gezeigt wird. Bei Proben oder Aufführungen fällt er raus. Wenn man ihn also ganz sicher sehen will, dann MUSS man in ein Konzert rein. Ich war bereit, mich in JEDES Konzert zu setzen, Eva nicht ganz so. Also mussten wir ein für uns beide akzeptables Konzert, an einem unserer Tage in Hamburg, mit verfügbaren Karten, im großen Saal… aber ich greife vor.

Frühstück mit TV-Location und „Scheiße, ist das früh…“

Der Sonntag begann zunächst mal ganz, ganz früh und mit leerem Magen, denn wir wollten auf den Fischmarkt. Wir hatten beschlossen, zwei Stationen mit der S-Bahn zu fahren und dann von St. Pauli runter zu laufen. Lustigerweise sind fast alle, die mit uns aus der Bahn ausgestiegen sind, am Ende hinter uns her zum Fischmarkt gelaufen.

Auf dem Weg zum Fischmarkt fiel mir ein: Irgendwo in Hamburg wird doch die Sendung „Inas Nacht“ aufgezeichnet. Das ist die Kneipe „Zum Schellfischposten„. Und nach einer kurzen Google-Recherche war klar: Potzblitz, das ist keine 400 Meter von hier entfernt. Also habe ich Eva noch vor dem ersten Kaffee dort hin geschleppt und die hielt es ganz mit dem von weitem zu hörenden Marktschreier / Blumenverkäufer: „Ich muss bekloppt sein!“

Kult-Location in Hamburg: Homebase von „Inas Nacht“.

Erst danach ging es zum dringend benötigten Kaffee mit Mohnschnecke und Franzbrötchen:

Müde, kalt und hungrig auf dem Fischmarkt. Und das zu einer unchristlichen Zeit…

Von hier aus konnte man – wie soll es auch anders sein – wieder die Elbphi sehen und ich dachte mir: In knapp drei Stunden sitze ich dort im Warmen und lausche einem Konzert…

Irgendwie sieht man die von überall…

Kindisch und Schön!

Wie oben schon angedeutet: Ich wollte unbedingt in den Großen Saal der Elbphi. Leider waren wir mit dem Buchen ein bisschen spät dran und somit hatten wir die Wahl zwischen

  • einem teuren Konzert am Abend, das uns inhaltlich nicht mitgerissen hätte, und
  • Einem Kinderkonzert am Sonntag Vormittag mit annehmbarer Länge, aber nur noch getrennten Plätzen.

Wir haben uns für Zweiteres entschieden und Karten für „Peter und der Wolf – Kinderkonzert“ gelöst. Die Entscheidung war goldrichtig, auch ohne Kinder. Allerdings scheint es hier in Hamburg einen seltsamen Trend zu geben:

Ich bin davon ausgegangen, dass ich mit meinem Einzelplatz zwischen zwei Familien sitzen würde. Es stellte sich aber heraus, dass es eine 4-köpfige Familie war, zwei links von mir und zwei rechts. Ich habe dann mit ihnen getauscht, sodass sie zusammen sitzen konnten. Kurz darauf kam eine Nachricht von Eva: Sie saß mitten in einer Familie und hat den Platz getauscht.

Ja leck mich doch… Deren Karten waren ja schon vorher gebucht. Sonst wären für uns nicht nur Einzelplätze zu finden gewesen. Buchen da Familien ABSICHTLICH mit Lücke in der Hoffnung, dass sich da keiner mehr dazwischen bucht? Ernsthaft? Und das passiert uns gleich doppelt? Ich finde das frech.

Aber wie sieht er denn nun von innen aus, der große Saal? Wunderschön. Abgefahren. Beeindruckend. Ich bin nicht sicher, ob es das ungefähr trifft, aber seht selbst (das 180-Grad-Panorama funktioniert auf manchen Mobilgeräten nicht, dann bitte am PC betrachten):

[sps_img img_id=“3256″ caption=“Der große Saal der Elbphilharmonie“]

Die Aussicht von meinem Platz.
Leichtes Hintergrundspiel, während man noch auf das Orchester wartet 😉

Das Stück selber dürfte den Meisten bekannt sein, es hat uns aber an diesem Tag noch mehrfach heim gesucht. Dazu (und zu Venedig) gleich mehr…

Warten auf Godot? In Hamburg isser schon da

Mit dem Konzert am Vormittag und Karten für das Miniaturwunderland am Abend haben wir es Sonntag Nachmittag etwas ruhiger angehen lassen. Nach dem Konzert sind wir deshalb gemütlich durch die Speicherstadt geschlendert und haben uns gefragt, wo wir was zu essen her bekommen sollen. Zuhause in Neustadt haben wir einen kleinen Running-Gag: Seit über zwei Jahren steht an einer Dominos-Pizza-Filiale in großen Lettern „Coming Soon“. Kommt bloß net. Hier in der Speicherstadt/Hafen-City gibt es tatsächlich ein Dominos und wir haben die Chance genutzt aus zu probieren, worauf wir uns in Neustadt schon so lange freuen.

Zugegeben: Lecker war’s. Und schön wär’s, wenn der Laden bei uns auch langsam mal eröffnen tät.

Unser Eintritts-Fenster im Miniaturwunderland lag zwischen 19 und 19:30 Uhr. Zu spät, um hinterher zu essen, irgendwie zu früh, um vorher groß zu essen. Wir haben uns daher im Hotelrestaurant ein wirklich leckeres Sushi gegönnt und sind mit etwas zeitlichem Puffer rüber ins Wunderland.

From Knuffingen to the World

Auch wenn man das Miniaturwunderland schon 2-3 Mal gesehen hat: Es gibt immer was Neues zu entdecken und es wird auch permanent dran gebaut. Mein letzter Besuch war ca. 10 Jahre her und in der Zeit hat sich wieder ordentlich was getan.

Seit meinem letzten Besuch ist neben der Italienischen Küste auch der Abschnitt Venedig hinzu gekommen, etwas Provence, Alpes Maritimes und dann der Übergang nach Lateinamerika, mit Favela und Karneval in Rio, der Copacabana und dem Zuckerhut. Dabei ist mir eine Sache aufgefallen:

Während in den frühen Bauphasen die Eisenbahn oder technische Innovation im Vordergrund standen (selbst fahrende Autos in Knuffingen, Knuffingen Airport, Schiffe in Skandinavien) bekomme ich den Eindruck, dass es in den neueren Themenwelten eher um die Modellbaukunst an sich geht. In Venedig zum Beispiel – und deshalb ist das für mich ein Stück weit eine Enttäuschung – fährt nicht ein einziger Zug. Was ja auch zu Venedig passt. Aber warum baut man das dann in einer Modelleisenbahn?

Ja, ich weiß, für Monaco wird wieder an einer technischen Innovation mit selbst fahrenden Formel-1 Rennwagen geforscht. Aber auch in Lateinamerika scheinen die Eisenbahnen nicht direkt im Vordergrund zu stehen.

Unabhängig davon: Es ist faszinierend, was im Wunderland so alles möglich ist und alleine der Tag-Nacht-Wechsel ist immer wieder beeindruckend. Mein persönliches Highlight bleibt aber der Flughafen.

Auch an den schon bekannten Landschaften wird regelmäßig ergänzt, erneuert und gebastelt. So ist im Hamburg-Abschnitt seit einiger Zeit die Elbphilharmonie zu bewundern. Welch ein Zufall! Und wir waren just an diesem Tag ja morgens am und im Original! Schaut, was das Miniaturwunderland da getüftelt hat:

Wer hat’s erkannt? Mal wieder Peter und der Wolf. Die Öffnung des Modells lässt sich per Knopfdruck durch die Besucher auslösen und glaubt mir: Da drückt JEDER und immer wieder einer drauf. Dieses Musikstück ist durch die halbe Etage zu hören. Immer wieder. Immer wieder. So schön ich das finde, irgendwann musste ich ganz weit weg davon 😉

Die Zeit vergeht im Miniaturwunderland immer viel schneller, als man denkt und so war es bald und unbemerkt halb 11 geworden. Zeit für uns, nach Hause zu gehen.

Im nächsten Artikel wird es unter anderem um Sanktionen und Schrauben gehen 😉

Grüße,
Bloke

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