Die italienische Küche…

… und italienische Aufzüge. Geht das? Oder geht das nicht? Aber lest selbst…

Disclaimer: Ich werde in diesem Artikel ein paar ganz schreckliche Generalisierungen und Verallgemeinerungen vornehmen. Aber die beschriebenen Beispiele sind tatsächlich meine Eindrücke nach fast zwei Wochen Urlaub am Gardasee.

Die Maut

Als alter Frankreich-Urlauber bin ich ja schon Mautsysteme gewohnt. Insbesondere solche, die einen regelmäßigen Stopp an einem Maut-Häuschen erfordern. Und in Frankreich kann man sehr gut sehen, wie schnell und effizient das ablaufen kann:

Ticket rein, Kreditkarte rein, Danke und gute Fahrt. Gesamtdauer: ca. 20 Sekunden.

Nicht so in Italien. Es fängt damit an, dass die Tickets einen wirklich ungünstigen Formfaktor haben. Sie sind zwar so breit wie eine EC-Karte, aber gut 2mal so lang. Das resultiert regelmäßig in Verkantungen beim Versuch, das Teil in den Schlitz zu stecken. Dann stellt man fest, dass die Elektronik unendlich lange benötigt, bis sie das Ticket ausgelesen und den zu zahlenden Betrag angezeigt hat. Zuguterletzt dauert es eine Ewigkeit, bis die Zahlung des Betrages registriert und die Schranke geöffnet wird.

Die Sahnehaube sind dann die Italiener, die die fälligen Beträge scheinbar 10-Cent-weise in den Schacht werfen und gefühlt 5 Minuten lang mit der Zahlung beschäftigt sind.

Im Durchschnitt hat es uns ungefähr 5 Minuten gekostet, wenn 2-3 Autos vor uns in der Schlange waren. Am Donnerstag waren wir in Venedig. Zum Glück kann man die Strecke Peschiera – Mestre mit nur einer Mautstation abhaken. Ich wäre sonst wahnsinnig geworden.

Feinmechanik?

Was mir auf dem Weg nach Venedig (und abends zurück) aufgefallen ist: Es fahren unglaublich viele Porsche herum. In Italien zugelassene Porsche. Und schnelle Audis. AMG Mercedesse. Und flotte BMWs.

Als ob die Italiener keine eigenen – schönen und schnellen – Automarken hätten. Keine Ferraris, keine Lamborghinis, keine Paganis, Keine Bugattis. Aber auch kaum schnelle Alfas. Fast so, als würden sie der deutschen Technik eher vertrauen, als der eigenen. Wie kann das nur sein?

Vielleicht erklärt es dieses Video zur Praxistauglichkeit des – zugegeben schon älteren – Lamborghini Countach:

Dazu kommt, dass all die eingebürgerten italienischen Sportwagen (Audi, Porsche, AMG, BMW…) von pathologisch Ego-gestörten, kleinen Männern gefahren werden. Woher ich das weiß?

Weil ich auf der Autobahn von und nach Venedig MEHRFACH Situationen wie die folgende erlebt habe: Ein Italiener fährt auf der rechten Spur, mit relativ entspannten 120 km/h. Nun darf man da aber oft 130 km/h fahren, was ich als latenter Raser oft getan habe. Nach deutscher Praxis gerne auch noch 5 km/h oben drauf.

Sobald ich mich dem zu überholenden Italiener auf der linken Spur genähert hatte, wurde beschleunigt – man kann sich ja nicht überholen lassen – und kurz vor mir ausgeschert, selbst wenn ich dadurch abbremsen musste. Alternativ wurde auch unabhängig von der vorgesehenen Fahrtrichtung Dauer-Geblinkt oder munter um die Mittellinie herum getänzelt. Ich hatte mehr als einmal Auto-Tourette…

Letztlich haben wir aber Venedig gut erreicht. Aufgrund der großen Hitze stand nicht allzuviel auf dem Plan, aber es gab zwei Punkte:

  • Kaufhaus mit Dachterrasse
  • Dogenpalast

Rauf und Runter

Oder nur rauf? Hoffentlich runter!

In der Nähe der Rialto Brücke gibt es ein neues Luxus-Kaufhaus. Das ist ein wirklich schönes Ding geworden, ich zeige Euch gleich noch ein 360 Grad Panorama von der großen Halle in der Mitte. Dort kann man auch in den 4. Stock fahren und die Aussicht von der Dachterrasse genießen.

Das mit der Terrasse haben wir gelassen, weil man erst über eine Webseite seine persönlichen Daten eingeben musste, nur um dann einen Zeit-Slot irgendwann später zugewiesen zu bekommen. Da man das aber erst oben im 4. Stock erfährt, mussten wir also wieder runter. Mit einem Fahrstuhl für 12 Personen und bis zu 900 Kilo.

Wir stiegen ein, und nach uns noch 3-4 Asiaten (hab ich erwähnt, dass tagsüber in Venedig ca. 90% Asiaten unterwegs sind?). Und prompt ging der Übergewichtsalarm los. Bei 6 Leuten von 12 möglichen. Der ging erst wieder aus, als die Asiaten aus dem Fahrstuhl ausgestiegen waren. Also sind wir zu zweit los gefahren. Der Fahrstuhl hielt im 2. stock an, wo wieder 4 Asiaten – diesmal mit Koffern – einsteigen wollten. Sofort ging der Alarm aufs Neue los. Egal wie man die Asiaten und die Koffer drehen oder wenden wollte. Am Ende passte gewichtstechnisch noch genau ein Asiate mit zwei Koffern rein. Der Fahrstuhl hatte zwischenzeitlich leider vergessen, dass er ins Erdgeschoss wollte – oder besser: dass WIR ins Erdgeschoss wollten. Deshalb ist er kurzerhand wieder in die 4. Etage hoch. Wo wir nicht nur die verdutzten Möchtegern-Mitfahrer von vor 3 Minuten wieder getroffen haben, sonder auch ein paar neuen Gästen erklären mussten, dass sie mangels Tragfähigkeit leider draußen bleiben mussten.

Also ging es wieder mit drei Personen und zwei Koffern nach unten, wo das Drecksding WIEDER im 2. Stock anhielt. Dort warteten noch drei Asiaten und zwei Koffer auf die Mitfahrt und waren überrascht, uns ein zweites Mal zu sehen. Um ganz sicher zu gehen, dass der Aufzug die Zieletage diesmal NICHT vergisst, haben wir permanent auf die „0“ gedrückt und endlich sind wir dort auch angekommen.

Kaum waren wir ausgestiegen, drängten sich gut 8 Leute in den Fahrstuhl. Da wir ja so lange durch die Etagen spazieren gefahren sind, haben sich neue Mitfahrer regelrecht im Erdgeschoss aufgetürmt. Es war eine riesige Gaudi zu beobachten, wie einer nach dem Anderen wieder ausgestiegen ist, bis der Alarm aus ging und die Gondel wieder nur mit drei Personen nach Oben verschwand.

Diäten?

Aber ich war auch ein bisschen erleichtert. Zunächst dachte ich noch, ich hätte dermaßen zugenommen, daß ich das 900-Kilo-Limit sprenge. Schließlich ernährte ich mich hier überwiegend von Pizza, Pasta und Eis. Und Cola…

Aber nachdem der Fahrstuhl auch nur drei Asiaten akzeptierte bevor der Alarm los ging kam ich zu dem Schluss, dass es ihm wahrscheinlich einfach nur zu heiß war, um mehr als drei Personen zu transportieren. Italienische Technik…

Großes Kino

Danach ging es weiter mit Sightseeing und dem Dogenpalast, den ich bisher noch nicht kannte. Vorab konnte ich es nicht lassen, den Marcusplatz mittels meiner neu entdeckten Photo-Sphere-Funktion abzulichten. Beeindruckend. Ebenso wie die diversen Sääle im Dogenpalast. Aber seht selbst:

Wie ihr vielleicht seht, gibt es bei den 360-Grad-Rundum-Fotos ab ud zu Probleme mit der Passgenauigkeit bei Zäunen, Geländern oder Laternen. Das liegt nicht etwa an der Software, sondern an meinem Mittelohr 😉

Ich bin oft so damit beschäftigt, mit der Kamera in alle Richtungen, oben, unten und rundherum zu fotografieren, dass mir dabei schwindelig wird und ich deshalb einige Schritte hin oder her torkele. Dann passt der Blickwinkel zwischen den Aufnahmen nicht mehr genau aufeinander. Ich hoffe, es stört euch nicht zu sehr.

Hier der Dogenpalast (Folget der Sandale mit dem Hammerzeh…):

Die restliche (Nach-)mittagshitze haben wir auf dem Wassertaxi verbracht und sind die diversen Kanäle abgefahren. Es war ein wirklich schöner Tag in Venedig.

Eiskalte Abzocke!

Am Abend wollte ich mich noch bei einem Eis vom heißen Tag erholen. Wahrscheinlich wisst ihr alle, dass das Spaghetti-Eis in Mannheim erfunden wurde. Aber es gab in Peschiera tatsächlich eine Eisdiele, die diese Spezialität im Angebot hatte. Also dachte ich mir: Nach ganz viel leckerem, selbstgemachtem, italienischem Eis versuche ich mal diese deutsche Spezialität. Wie immer ohne Sahne. Oft gibt es als Ersatz eine Kugel mehr. Aber hier:

Diese traurige Entschuldigung von einem Spaghetti-Eis kostet 8 Euro!

Nicht mal ein simples Spaghetti-Eis bekommen die hier vernünftig kopiert!

Ich hoffe, die Impressionen haben euch gefallen. Demnächst bringe ich nochmal ein Update vom letzten Tag, an dem uns ein Unwetter fast in den See gespült hätte…

Grüße,
Bloke

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