Jetzt habe ich in der jüngeren Vergangenheit schon drei Artikel über London geschrieben, und hier kommt Nummer vier. Warum? Weil ich beim Schreiben DIESES Artikels davon berichtet habe, wie wir auf dem Queens Walk am Ufer der Themse standen und die Aussicht auf St. Pauls und die Hochhäuser genossen haben. Beim Schreiben der Zeilen habe ich mich daran erinnert, was ich in dem Moment – bei diesem Anblick – gedacht habe.
Ihr wollt wissen, welchen Anblick ich genau meine? Diesen hier:

Denn am rechten Bildrand seht ihr dieses etwas breitere, würfelige Hochhaus. Klickt ruhig auf das Bild, dann seht ihr es genauer. Dieses Gebäude trägt den Spitznamen „Walkie-Talkie“, heißt aber offizielle The Fenchurch Building. Im Jahr 2015 hat es auch den Carbuncle Cup für das hässlichste in dem Jahr gebaute Gebäude im vereinigten Königreich gewonnen.
Bei all der Kontroverse über das Aussehen, gibt es an dem Gebäude aber auch etwas wirklich schönes: Im 25 Stockwerk findet man einen großen, sich über mindestens zwei Etagen erstreckenden Garten, den Sky Garden. An den habe ich in dem Moment gedacht. Wieso? Nun, weil ich dort oben, vor zweieinhalb Jahren, Eva einen Heiratsantrag gemacht habe. Und während ich also letztes Wochenende in der Kälte an der Themse stand, St. Pauls gesehen habe und den Blick zum Walkie-Talkie wandern lies, dabei an den Antrag dachte und daran, dass das im warmen Sommer war, da fiel mir ein, dass ich über den damaligen Urlaub im Sommer 2023 ja noch gar nichts geschrieben habe – so wie ich insgesamt in 2023 eh wenig und in 2024 gar nichts geschrieben habe – und die Gründe dafür könnt ihr HIER nachlesen.
JETZT allerdings, dachte ich, wäre die perfekte Gelegenheit, das nach zu holen. Und deshalb bin ich jetzt hier und schreibe diesen Artikel.
Sommer
Wie ihr wisst, waren Eva, ihre Schwester und ich in den letzten Jahren schwerpunktmäßig im Winter in London, zum Beispiel
- Bei Pete Tong (gleich zwei mal, Dezember 2023 und 2024)
- Bei Christmas at Kew (Dezember 2019)
- Im März 2019 (OK, nicht Winter, aber dennoch eher kalt)
Städte machen aber meiner Meinung nach im Sommer am Meisten her (abgesehen von der Weihnachtsstimmung in London vielleicht), wenn man viel an der Luft, in Parks oder Biergärten sein kann. Und daher wollte ich auch gerne im Sommer nach London. DAS haben wir im Juni 2023 in die Tat umgesetzt.
Und in der Tat, London hat im Sommer viele schöne Seiten:




Auch die Camden Locks sind immer einen Besuch wert. Gerade im Sommer, wenn man die naheliegenden Futter-Buden ausgiebig nutzen kann.
Auf dem Weg von der U-Bahn Station zu den Camden Locks kommt man übrigens an etwas vorbei, das seit dem auf meiner „das will ich mir beim nächsten Sommerbesuch noch anschauen“ Liste steht:

Klassiker
Ganz unabhängig von der Jahreszeit darf eine bestimmte Sache bei keinem Besuch in London fehlen:

Etwas , dass das Potential zu einem Klassiker hat, ist außerdem die Battersea Power Station. Im Artikel aus dem März 2019 könnt ihr Bilder von der Baustelle sehen. Denn das ehemalige Kraftwerk, dass schon fast völlig verfallen war, wurde extrem aufwendig saniert, umgebaut und in eine Mischung aus hippem Wohnviertel, stylischer Luxus-Mall und Büros verwandelt. Inklusive Besucheraufzug in einem der vier markanten Schornsteine. Und falls ihr wissen wollt, woher ihr das Ding kennen könntet (aus dem Wikipedia Artikel):
- Cover des Albums „Animals“ von Pink Floyd
- Innenseite des Albums Quadrophenia von The Who
- Im Film „Sinn des Lebens“
- Im Film „1984“
- In den Computerspielen „Command&Conquer:Alarmstufe rot“, „Sim City 4“, „Dirt 2“ und „Dirt 3“
- und vielen mehr…


Kulturell
Auch ein bisschen Kultur darf nicht fehlen, in London gerne in Form eines Musicals mit genommen. Wir haben kurzfristig am „Half Price Ticket Booth“ Karten für das Musical „Tina“ bekommen, in dem es um das Leben und die Musik von Tina Turner geht. Neben einer tollen Show habe ich noch erfahren dürfen, wie es im Oberrang eines der steilsten Theater zugeht, in dem ich je gewesen bin. Ich hatte echt Angst auf zu stehen, weil ich befürchtete, aus Versehen über die vor/unter mir liegenden Reihen über das Geländer ins Erdgeschoss zu stürzen.


Und falls man von so weit oben nichts erkennen kann: Das hatte ich bisher auch noch nicht:

Mutiges
Und dann ist da noch das Thema vom Anfang des Artikels. Der Sky Garden im Walkie Talkie Building. Eigentlich ist der Eintritt kostenlos und für jeden offen. ALLERDINGS wäre die Anlage hoffnungslos überfüllt, wenn alle einfach so da hoch fahren könnten. Daher muss man ein Ticket reservieren und hat dann ein Zeitfenster, in dem man den Aufzug nach Oben nehmen kann. Besonders gut sind die Chancen darauf, wenn man zusätzlich eine Reservierung im Restaurant hat. Die ist insbesondere dann hilfreich, wenn man zu einem bestimmten Zeitpunkt da oben sein will, zum Beispiel beim Sonnenuntergang, wenn die Lichter der Stadt nach und nach an gehen.
Und weil ich genau das wollte, hab ich genau das getan: Einen Tisch reserviert.

Auch von Oben betrachtet beeindruckend: Der Sky Garden:

Beim Rundgang hat man einen Blick auf fast alle Sehenswürdigkeiten in London.



Übrigens soll es auf „The Shard“ auch wunderbare Silvester-Parties geben. Ich denke, das muss ich mir mal genauer anschauen…
So langsam näherte sich der Sonnenuntergang und es war Zeit, unseren Tisch auf zu suchen.

Als dann Getränke und Essen auf dem Tisch standen und ganz allmählich die Lichter der Stadt an gingen, habe ich Eva gefragt, ob sie mich heiraten will. Und wenn ihr wissen wollt, was sie geantwortet hat, dann werdet ihr mich wohl bei Gelegenheit mal ansprechen müssen. Ganz so einfach war das nämlich alles nicht.
Auf jeden Fall haben wir einen sehr schönen Abend da oben verbracht und zum Ende auch nochmal einen Rundgang bei Dunkelheit gemacht. Es ist verrückt. wie völlig anders eine Stadt in der Nacht aussieht.

So, nun habe ich euch endlich auch von diesem über zwei Jahre alten Sommertrip erzählt. Und da wir seit dem wieder drei mal im Winter dort waren, wird es Zeit, eine weitere Sommertour zu planen 😉
Bis Bald,
Bloke