Nach der wirklich sehr nervenaufreibenden Anreise waren wir mehr als bereit für einen „ereignislosen“ Urlaub und haben uns auf den Beginn unserer Rundfahrt gefreut. Doch auch der zweite Tag bot reichlich Potential für Zwischenfälle, denn der Mietwagen musste zunächst gefunden, übernommen und erfolgreich navigiert werden.
Leider – zumindest für euch Leser – passierte hier zum Glück – für uns – wenig Berichtenswertes. Man muss nur heraus finden, dass es am Flughafen – an Bushaltestelle 7 und 8 – einen Hertz-Shuttle zur Vermietung gibt. Sobald man das weiß, läuft der Rest fast von alleine und man kann im Bus den dortigen QR-Code nutzen um sich schon ein zu checken. Das beschleunigt die Herausgabe des Wagens im Büro ungemein. Nachdem wir die verschiedenen Versuche von „Upselling“, also die Versuche, uns kostenpflichtige Extras und Upgrades zu verkaufen, erfolgreich ausgeschlagen hatten, gab es einen Toyota Yaris Cross. Automatik. Mit Google-Auto. Und das Beste: Unsere Koffer passten problemlos in den Kofferraum, nachdem wir den Kofferraumboden abgesenkt hatten.
On the road!
Und damit waren wir auch schon unterwegs. Heute stand die Fahrt nach und durch Kent auf dem Plan. Die ersten 65 Meilen konnte ich nutzen, um mich an das Auto, die Fahrweise der Engländer und den Linksverkehr zu gewöhnen. Eva hat mir mit Unterstützung bei der gleichzeitigen Navigation den Rücken frei gehalten.
Erster Stopp: Rochester
In Rochester (wie spricht man dass eigentlich korrekt aus) haben wir zunächst völlig überflüssigerweise 3 Pfund Parkgebühr über die App bezahlt, denn es war Sonntag und an Sonntagen parkt man kostenlos. Immerhin konnten wir so für den Fall der Fälle auf jeden Fall bis Montag 11 Uhr bleiben. Danach ginng es zu den zwei wesentlichen Sehenswürdigkeiten: Dem Schloss und der Kathedrale. Das Schloss empfand ich nach äußerlicher Begutachtung als deutlich Überbewertet und so haben wir uns gegen die 10 Pfund Eintritt entschieden. Also weiter zur Kathedrale. Die war immerhin kostenlos UND bot eine beeindruckende Orgel. Ich habe noch nie ein mit bemalten Orgelpfeifen gesehen. Leider hat das Cafe in der Krypta Sonntags geschlossen.
Den Spaziergang durch die lustige Innenstadt verbanden wir mit dem Kauf eines überteuerten USB-Kabels, denn unsere eigenen Kabel haben auf der einen Seite immer einen „großen“ Stecker, das Auto – in dem ich mein Handy gerne laden mochte denn das permanente Navigieren zehrt am Akku – besaß aber kleine USB-C Buchsen. Den überteuerten Touristenpreis habe ich zwar bezahlt, es hat mich aber dermaßen geärgert, dass ich der anwesenden Kundin, die sich mit dem Verkäufer über die Kosten einer Bildschirmreparatur gestritten hat, den folgenden Tipp (natürlich auf Englisch) gegeben habe: „Vielleicht kann er ja die 5 Pfund, für die er mich gerade über den Tisch gezogen hat, von Ihrer Reparaturrechnung abziehen.“ Das Gesicht des Verkäufers war unbezahlbar. Arschloch.
Hier nun ein paar Bilder vom ersten Stopp (Klickbar):




Darüber hinaus zeigen die Rochesterianer auch Humor bei der Benennung ihrer Läden…


Im Anschluss haben wir auf dem Platz in der Nähe der Kathedrale noch etwas zu Mittag gegessen und dann großzügig auf die verbleibende Parkdauer von 20 Stunden verzichtet.
Nächster Stopp: Faversham
Zu Faversham gibt es eigentlich wenig zu sagen. Ein süßes Städtchen mit alten Häusern und einem „Gezeitenhafen“. Zufälligerweise war an diesem Sonntag in der Innenstadt ein Gartenmarkt.




Auch hier gab es eine kleine Erfrischung – In dem Fall eine Eisschokolade.

The Rest for Today
Nun ging es auf die Schlussetappe nach Maidstone, wo wir für die kommenden zwei Nächte „wohnen“ würden. Bei der Buchung der Reise hatten wir und für die Option „Bed & Breakfast“ entschieden, es war also mit eher privater Atmosphäre zu rechnen. Und so trafen wir auf Rose und Andy und ihr scheinbar Jahrhunderte altes Haus. Alles knarzt, alles riecht alt und für das Öffnen der Haustür ist eine separate Einweisung und Zertifizierung notwendig.



Für den Abschluss des Tages wollten wir in einen Pub, der Sonntags Abends Live Musik im Programm hat. Allerdings war bei unserer Ankunft um 18:05 Uhr die Küche seit 5 Minuten geschlossen. Also sind wir zunächst gegenüber zum Asiaten (Wagamama) und um 19 Uhr wieder zurück. Im Nachhinein hätten wir es umgekehrt machen sollen (erst im Pub, danach zum Essen) denn um 19:05 Uhr war dann auch die Musik vorbei. Wir haben trotzdem was getrunken, uns nett mit dem Wirt unterhalten (Sonntags sind sie mit allem etwas früher fertig, weil sie wenig Umsatz haben) und uns das Geschehen auf den Straßen und die „Locals“ im Pub angeschaut.

Für morgen ist das Fortsetzen der Rundfahrt durch Kent geplant und wir haben einen Gutschein für die Kathedrale von Canterbury. Danach ggf. das Küstenörtchen Folkestone und wenn wir schon mal dort sind, dann sind die Klippen von Dover nicht mehr weit. Mal sehen was das Wetter zulässt und wonach uns sein wird.
Bloke