Da waren wir gerade erst zu Silvester in Amsterdam und schon stand der nächste Kurztrip auf dem Plan. Wie es dazu kam könnt ihr hier nachlesen.
Wie in dem oben verlinkten, kurzen Kommentar zu lesen, saßen wir zu fünft im Auto. Neben den daraus resultierenden Beschränkungen im Platzangebot kamen weitere mögliche Stressfaktoren hinzu:
- Am Samstag war Valentinstag. Neben dem eigentlichen Trip musste auch noch Platz für Pärchenromantik sein.
- Es war das Faschingswochenende! Am Montag, unserem Rückreisetag, war Rosenmontag. Es war also mit erweiterten Anhäufungen feierwütiger Touristen zu rechnen.
- Und warum eigentlich „bewusstseinserweiternd“ im Titel? Na weil es in Amsterdam doch in einigen schrägen Etablissements neben komischem „Coffee“ auch noch Relaxantien zu kaufen gibt 😉 Je nach Befindlichkeiten auf der HINfahrt wäre das vielleicht eine Möglichkeit, die RÜCKfahrt für alle erträglich zu gestalten…
Was geht? Der Pan.
Auf jeden Fall sollten ein paar Klassiker mit dabei sein. So zum Beispiel unsere letztes Jahr eingeführte Standardpause „Ausfahrt 25“. Was muss, das muss!
Vor Ort würde das Programm ein bisschen vom Wetter abhängen. Natürlich standen bei schlechtem Wetter einige Museen zur Auswahl. So zum Beispiel das MOCO oder die Fabrique des Lumieres. Bei gutem Wetter hingegen würden wir wohl mehr Zeit an der frischen Luft verbringen, zum Beispiel im Vondelpark oder im Viertel „De Pijp“. Und das Nemo bietet sich für beide Szenarien an, weil es neben dem Museum selbst auch eine schöne Dachterrasse mit Überblick über die Stadt bietet.
Nicht ganz sicher war ich mir mit der Frage, ob der an Silvester abgebrannten Vondelkerk ein Besuch abgestattet werden soll. Da hatte aber die Beschenkte ja auch ein Wörtchen mit zu reden. Und dann war da noch einer von Europas größten Flohmärkten, wie ihr ja schon im eingangs verlinkten Kommentar erfahren konntet. An Alternativen herrschte also kein Mangel.
Was ging? Die Realität.
Die Wettervorhersage für Amsterdam lies schon im Vorfeld erkennen, dass wir die Chance auf beiderlei Programmgestaltung haben würden: Am Samstag eher trocken / sonnig und damit theoretisch Outdoor geeignet. Sonntags dann eher bedeckt und ggf. mit Regen. Daher lautete die Devise: Schnell hin und noch den halben schönen Tag nutzen.
Samstag
Lektion 1: Auch wenn man die Mitte der Rückbank aufgrund hervorragender Sicht voraus ggf. für einen Premium-Platz hält, so stimmt das im Falle meines Wagens nicht. Denn aufgrund der etwas zur Mitte hin ansteigenden Sitz-Kontur führen 5 Stunden Fahrt zu kontinuierlich ansteigenden Sitzbeschwerden. So hat es meine Schwägerin zumindest sehr glaubhaft versichert und die sich fast endlos ziehenden letzten 30 Kilometer entsprechend ungeduldig kommentiert. Lektion 2: Tempolimit 100 ist folgerichtig viel zu niedrig. Lektion 3: In diesem Sonderfall hoher Auslastung im Wagen sollte beim nächsten Mal im Rahmen des Zwischenstopps bei Ausfahrt 25 auch die Sitzverteilung durchmischt bzw. rotiert werden. Das haben wir für die Rückfahrt notiert.
Nach ansonsten ereignisarmer Anreise und Check-in im Hotel sind wir zügig in die Stadt gefahren. Auf dem Plan stand das schon öfter besuchte Shopping-Viertel der 9-Straßen, für das wir uns zunächst mit einer Portion Fritten gestärkt haben. Die waren tatsächlich sehr lecker:


Während Geburtstagskind, Ehemann und Schwägerin sich dem ungewohnt gut besuchten Shopppingerlebnis hin gaben, sind Eva und ich auf die Suche nach einem gemütlichen Café gegangen. Lektion 4: Ein Tisch für 5 ist fast nicht zu kriegen. Lektion 5: Selbst in einer Stadt wie Amsterdam schließen überraschend viele Cafés am Samstag bereits um 17 Uhr! Wir waren dennoch erfolgreich und konnten im Anschluss sogar noch dem hiesigen TK Maxx einen Besuch abstatten bevor es mit der Fähre zum NDSM Pier ging, wo unsere Abendessenreservierung auf unser pünktliches Erscheinen wartete.
Auch hier zeigte sich wieder: Die Stadt ist wirklich voll. MAS-SEN-HAFT Leute. Was wollen die alle hier? Unser Tisch hat zum Glück trotz fast 20 Minuten Verspätung auf uns gewartet und so konnten wir hungrig ins Abendessen starten. Lektion 5: Lieber etwas früher starten, um pünktlich zu sein.

Sonntag


Für den Sonntag hatten wir – der Eingangs erwähnte Vorbericht hat es schon verraten – Flohmarktkarten und wollten ursprünglich zunächst zum Frühstück. Doch die allgemeine Angst, wirklich gute Schnäppchen zu verpassen, hat uns den Plan ändern lassen: Erst mal zum Flohmarkt, essen geht später. Nun war der Sonntag entgegen vorheriger Aussichten doch nicht ganz so grau wie befürchtet, „drüben“ auf der NDSM Werft war es aber trotz Sonnenschein erschreckend „schattig“: Zähneklappern allenthalben. Lektion 4: Auch wenn es sonnig aussieht: Im Winter lieber etwas dicker anziehen!



So kam es, dass zunächst Eva und ich, und kurz danach die ganze Gesellschaft sich erneut im Ijver zum kleinen Frühstück einfanden. Das war nicht nur lecker sondern auch deutlich wärmer als in den Hallen und auf dem Freigelände. Dennoch wurden einige Fotos geschossen, denn Evas Schwester hatte uns alle mit einem individuellen Fotoauftrag versorgt, auf dass wir mit offenen Augen durch den Tag gehen. Mein Thema: Orange!

Alternativ hatte ich ein weiteres Bild im Angebot, hab mich aber kurzfristig dagegen entschieden:

Lektion 6: Orange sieht auf Fotos gerne auch mal rot aus, was den Eindruck erweckt, ich hätte meinen Fotoauftrag nicht verstanden…
Den Sonntag Nachmittag habe ich als Separatist verbracht, denn mich hat es in meinen Lieblingsschallplattenladen gezogen, während sich die Mädels dem Shoppingfieber bei UniQlo und TK Maxx hingegeben haben. So fand denn auch eine Scheibe von Emerson, Lake & Palmer zu mir 🙂 Lektion 9: Irgendeine Platte ist immer zu finden.
Zum Abendessen ging es seit Langem mal wieder in die Foodhallen, wo aufgrund der Vielzahl von Angeboten jeder etwas finden konnte, auch wenn manche Standbesitzer mehr durch Abwesenheit glänzten und so den Absatz mehrerer Pizzen verpassten. Dafür gab es genug andere Möglichkeiten, inklusive ausreichend „Holy Aperoli“. Zum Nachtisch widmeten wir uns der Auswertung des Fotowettbewerbs mit der Feststellung, dass wir alle gewonnen hätten, weil wir aufmerksamer durch den Tag gegangen sind.



Den abschließenden Besuch in der angegliederten Cocktailbar haben wir ausfallen lassen und sind stattdessen zurück zum Anfang des Jahres: In die Panorama-Bar des nhow Hotels. Leider hatte ich völlig verdrängt dass die nicht nur grenzkriminell teuer ist, sondern auch so etwas simples wie einen Virgin Colada bis zur Unkenntlichkeit auf „Fancy“ trimmen muss. Schade. Lektion 7: Manchmal ist Weniger auch Mehr!


Montag
Im Wesentlichen stand am Montag die Rückfahrt auf dem Plan. Da das Geburtstagskind aber noch einen geschäftlichen Termin / Videocall hatte, sind wir anderen zu viert los: Frühstücken. Entgegen unserer Amsterdamtradition De Bakkerswinkel ging es diesmal in eine neue Location: Lagom.
Ich habe beim ersten Blick auf die Karte eine kleine „Ich-hab-aber-Hunger-Krise“ bekommen, angesichts der Abwesenheit eines simplen kleinen Frühstücks mit Brötchen und Nutella. Nach der zweiten Durchsicht war aber doch etwas dabei: Ein Müsli mit griechischem Joghurt und ein Croissant. War am Ende gar nicht so schlecht. Eva und ihre Schwester haben sich auf ein Shakshuka gestürzt, auch das war offensichtlich lecker. Und es waren sogar Pancakes im Angebot:

Lektion 11: Auch andere, unbekannte Läden haben ggf. leckeres Essen.
Und so ging frisch gestärkt gegen Mittag auf die Rückfahrt. Natürlich mit planmäßigem Stopp an Ausfahrt 25 inklusive Sitzplatzkarussell. Das war mal wieder ein netter Kurzurlaub und eine willkommene Ablenkung vom Arbeitsalltag.
Grüße,
Bloke
P.S.: Lektion 7: Fang gar nicht erst an, „Lektionen“ im Artikel auf zu zählen, die Nummerierung kommt eh durcheinander und dann verliert man den Überblick…
