Mit Kussmund – Teil 1

Zu Beginn der noch ganz frischen Sommerferien 2025 haben Eva und ich uns auf den langen Weg nach Norden gemacht. Genau genommen nach Kiel. Warum? Weil ich gerne mal auf den Preikestolen wollte und weil eine Kreuzfahrt nach Norwegen die eleganteste Möglichkeit ist, das in kurzer Zeit zu erreichen. Und der Weg nach Norwegen beginnt in Kiel – in diesem Fall.

Da uns aber bewusst war, dass sich eine MENGE verrückter Urlauber am ersten Ferienwochenende auf die Straße begeben würden und wir am Samstag pünktlich zum Check-in in Kiel sein mussten, sind wir mit dem Ziel Hamburg schon am Freitag Mittag los gefahren. Zum Glück. Und: Was haben wir uns nur gedacht? Es herrschte dermaßen viel Verkehr, dass wir für die lumpigen 630 Kilometer nach Hamburg fast 8 Stunden gebraucht haben. Noch dazu war Hamburg selbst das blanke Chaos.

Hamburg sieht Rot

Je näher wir kamen, desto intensiver haben wir neben dem Auto-Navi auch Google Maps auf den Handys genutzt. Die Suche nach alternativen Routen und Zufahrtsstraßen war angesagt. Denn zumindest in „Maps“ waren fast alle Straßen rot. Das Auto-Navi erwähnte phasenweise Verzögerungen von bis zu 210 Minuten. Was war da los?

Nicht nur Ed Sheeran gab sich für drei ausverkaufte Abende im Stadion die Ehre, nein, zu allem Überfluss fand auch der „Schlager-Move“ statt. 400.000 Besucher quälten sich in die Stadt. Und auch die Stadt machte es uns nicht leicht: Die A7 durch den Elbtunnel war gesperrt. Also suchten sich alle irgendwelche Ausweichrouten, die entsprechend voll und verstopft waren. Na super! Vielleicht gebe ich der Bahn doch mal wieder eine Chance?

Nordischer Charme

Nach fast 8 Stunden Fahrt haben wir müde und leicht genervt das Hotel erreicht. Ein Motel One am Flughafen. Und prompt haben wir die erste Erfahrung mit dem spröden Charme nordischer Gastfeindlichkeit gemacht. Das Hotel hat nämlich die Zufahrt zu den Parkplätzen nicht besonders gut ausgewiesen. Genaugenommen gar nicht. Es waren nur überall geschlossene Schranken zu sehen. Also haben wir das getan, was man dann oft macht: In der Nähe des Eingangs gehalten und rein gegangen um ein zu checken und zu fragen. Quasi der ERSTE Satz des Rezeptionisten: Ist das Ihr Auto? Bleibt das da? Das steht am Durchgang und in der Feuerwehreinfahrt! Das muss da SOFORT weg! Ja würde ich ja, Du Honk, aber vielleicht kannst Du mir mal erklären wie, und wo hin?

Den Abend haben wir am nicht weit entfernten Flughafenterminal mit Essen eingeläutet und zum Abschluß mit einem Cocktail an der Hotelbar ausklingen lassen. Ein insgesamt passabler Einstieg in die Ferienzeit.

„Begrüßungscocktail“ in Hamburg. Erste Etappe geschafft.

Neuer Tag, neues Glück

Am Samstag Früh stand der Rest der Anfahrt an. Laut Navi ca. eine Stunde für die verbleibenden 90 Kilometer. Da unser Check-In-Zeitfenster um 11 Uhr begann, haben wir uns auf „Abfahrt um kurz nach 9“ geeinigt. Inklusive Tanken in Kiel und bis zu zwei mal Verfahren sollte das recht bequem reichen.

Und was soll ich sagen: Hat es auch. Mit Tanken, ohne Verfahren. Wir waren zunächst verunsichert, wie es mit dem gebuchten Parkplatz am Kreuzfahrt-Terminal klappen würde. Aber die Sorgen waren unbegründet. Da wir bei der Buchung des Stellplatzes das Kennzeichen angegeben haben, wurden wir sofort erkannt, mit Namen begrüßt und hatten innerhalb von 2 Minuten einen Parkplatz. Sehr schön.

Und auch das eigentliche Boarding verlief überraschend schnell und reibungslos. Deutlich besser organisiert als noch im Herbst bei MSC. Die Koffer wurden einfach abgegeben, dann in die Checkin-Halle, durch den Sicherheits-Scan (wie im Flughafen), freundlich schauen, Foto machen, Bordkarte entgegennehmen – Fertig! Und selbst unsere Kabine war um 11:30 schon bezugsfertig.

Balkonkabine mit Baldachin.

So kam es also, dass wir den halben Samstag schon entspannt auf dem Schiff verbringen konnten, üppig Zeit für einen Eröffnungscocktail auf dem Sturmdeck (es gab keine Sonne, „Sonnendeck“ war also nicht ganz zutreffend) hatten und einen entspannten Rundgang durch die verschiedenen Decks, Restaurants, Indoor-Schwimmbäder und Shops machen konnten.

Schon wieder Alkohol? Endlich an Bord!
Da müssen wir ja auch noch hin! Sicherheitseinweisung INKLUSIVE Rettungsweste…

Passt das? Das passt nicht!

Im Laufe der Vorbereitungen zum Auslaufen erwähnte der Kapitän, dass wir gegen 23:30 Uhr die Brücke über den großen Belt passieren würden. Und die sei angeblich ganze 3 Meter höher als unser Schiff… Ihr könnt euch sicher denken, wer da unbedingt ganz oben an Deck stehen wollte?

Gegen 22 Uhr waren wir ziemlich müde und Eva fragte, ob wir nich mal schauen wollen. Ich kann nur sagen: Zum Glück. Denn wir waren schon ziemlich dicht dran an der Brücke und was soll ich sagen: Nicht nur zeitlich „dicht“. Das passt nie und nimmer!

Der Blick sagt alles: Skepsis allenthalben.
Eva sagt: Männer, die auf Brücken starren 🙂

Was kommt jetzt?

Morgen liegt ein Seetag vor uns, bevor wir am Montag in Bergen sein werden. Der Seetag steht ganz im Zeichen des sich treiben lassens, gemütlich Frühstückens, eines Koch-Workshops im Steak-House und eines Abendessens im Erlebnisrestaurants. Es bleibt spannend.

Viele Grüße,
Bloke