Letzte Woche haben wir ein Geburtstagsgeschenk eingelöst: Einen Besuch auf der Madenburg. Wie ihr der Website entnehmen könnt, finden dort mit schöner Regelmäßigkeit Veranstaltungen statt. Eine davon: Der Funzelabend.
Das Besondere an dieser – im Sommer Mittwochs stattfindenden – Veranstaltungsreihe ist, daß die Burgschänke bis ca. 21 Uhr geöffnet ist und man im Anschluss durch den dunklen Wald wieder hinunter wandern kann. Aber in Anlehnung an Tom Petty gilt abgewandelt: What wants down, must go up.
Zum Glück gibt es für den Aufstieg verschiedene Optionen und angesichts brütender Sommerhitze haben wir uns für den geringstmöglichen Widerstand entschieden: Den Madenburg Wanderparkplatz. Von dort aus waren es nur rund 100 Höhenmeter und 2 Kilometer bis zur Burg. Das garantierte uns eine weitestgehend schweißfreie Ankunft, bedeutete aber auch reduzierten Spaß auf dem Rückweg – da schnell wieder unten.
Wir haben unsere Anreise – für mich war der Urlaub vorbei und der Mittwoch ein Arbeitstag – auf 18 Uhr geplant, das ist auch ungefähr der offizielle Beginn des Events. Zu meiner Überraschung war der Parkplatz schon fast komplett voll. Mit etwas Kreativität bei der Auto-Positionierung haben wir einen der letzten Plätze bekommen. Beinahe wäre es also nichts geworden mit dem verkürzten Aufstieg!
Bei unserer Ankunft auf der Burg war es kurz vor 19 Uhr und von „Funzel“ noch nicht viel zu spüren, da ja noch genug Sonne vorhanden war. Es galt also zunächst ein schattiges Plätzchen zu finden und das kulinarische Angebot zu nutzen. Den zunächst angepeilten Platz mussten wir der Herrschaft der Fliegen (bzw. fliegenden Ameisen) überlassen, es gab aber noch eine akzeptable Alternative. Der Füllgrad des Parkplatzes lies schon vermuten: Es waren viele Besucher da und das zeigte sich auch an der Schlange. Es gab nur einen Bestellschalter, an dem Speisen und Getränke geordert werden konnten.
Als wider der allgemeinen Wahrnehmung Online-Affiner Gen Xer wurde die Speisekarte im Vorhinein gesichtet und ein Schlemmerschnitzel gesichtet – Lecker. Nach 20 Minuten Wartezeit am Schalter angekommen trällerte ich den Kulinarik-Fachkräften den Essenswunsch entgegen um als Antwort zu vernehmen: Heute keine Schnitzel. Hätte man das nicht irgendwo gut sichtbar kennzeichnen können? Irgendein Hinweis auf eine verschlankte Speisekarte wäre echt hilfreich gewesen, denn nun musste ich am Schalter ad-hoc umdisponieren – was Zeit benötigt hat. Mit ein Grund dafür, dass der Durchsatz am Schalter eher mittelmäßig war.
Insgesamt waren Essen und Getränke aber sehr lecker, inklusive dem zum Nachtisch georderten süßen Flammkuchen.
Und so ganz allmählich stieg der Anteil der indirekten Beleuchtung.

Kurz vor Schließung der Bar gab es eine Besonderheit: Leuchtende Drinks:

Aber auch ohne Küche und Bar durfte man den Abend noch auf der Burg verbringen. Was nicht nur wir ausgiebig genutzt haben. Ein Rundgang durch die Ruine offenbarte interessante Blickwinkel.

Mit der Zeit haben mehr und mehr Gäste den Heimweg angetreten, die Reichen lichteten sich merklich.

Das hat uns aber nicht davon abgehalten, munter weiter Bilder zu machen. Hier ein „Making Of“:

Und während wir so mit Fotografieren beschäftigt waren hab ich mich gefragt: Beobachtet uns da jemand von den Zinnen der Burg? Droht er uns mit einem Schwert?

Angesichts solch hostilen Gebarens haben wir uns ebenfalls für den geordneten Rückzug entschieden. Aber nicht, ohne selbst ein furchteinflößendes Schattenbild in die Burg zu werfen:

Wie schon zu Beginn angedeutet: Der Rückweg durch den dunklen Wald war durch die Wahl des Parkplatzes eher kurz. Dennoch ist es ein wunderbar gruseliges und beeindruckendes Erlebnis. Der Weg und Bäume sehen im Schein der Taschenlampen ganz anders aus, die Geräuschkulisse ist viel geheimnisvoller und im Hinterkopf bohrt der Zweifel: Kommen da Wildschweine?

Zum Glück haben wir ein wenig länger auf der Burg ausgehalten, denn so konnten wir auch ohne weiteres „Fremdlicht“ ziemlich alleine den Rückweg genießen. Und mit der Ankunft auf dem Parkplatz – ganz ohne Wildschweininteraktion – ging ein wunderschöner Abend zuende. Das gemeinsame Fazit war: Eigentlich ist das gar nicht aufwändig und nicht weit weg – sowas macht man viel zu selten.
Viele Grüße,
Bloke