Musikalischer Sommer: Finale…

Ich habe ja beim Ukulele Orchester schon angedeutet, dass da noch was konzerttechnisch um die Ecke kommen würde. Und jetzt war es so weit: Gestern war ich mit Stefan und seinen Kindern in Frankfurt bei Iron Maiden. Und diesmal war es noch viel besser, als vor drei Jahren.

Warum es besser war? Weil sie sich bei dieser Tournee auf die frühen Alben konzentrieren, die mir schon immer deutlich besser gefallen haben. Und auch sonst war die Stimmung überdurchschnittlich gut. Auch wenn wir unsere Herausforderungen hatten.

Die Großwetterlage war gestern eigentlich gut, mit dem Risiko für lokale Gewitter und Starkregen gemäß Frühstücksfernsehen-Wetterspezialist. Die Ankündigung dort lautete auch: Insgesamt wenig Wind, der Starkregen kommt also wahrscheinlich nicht rüber, wenn er in der Nähe wäre. Wenn er sich aber vor Ort bilden sollte, dann zieht er halt auch nicht weg. Und damit gings los: Auf dem Weg zum Stadion sind wir zwischen Landau, Grünstadt und Frankfurt an mehreren – jeweils sehr lokalen – schwarzen Wolken vorbei gekommen und haben immer wieder überlegt, ob wir denn die Regenjacken mit rein nehmen sollten, oder nicht. Am Ende haben wir beschlossen, sie einfach mit zu nehmen. HABEN ist besser als BRAUCHEN.

Rein und Raus

Und damit sind wir beim zweiten Thema: Rein gehen. Stefan hatte einen Teil seiner Kinder dabei und die Marschrichtung war klar: Wir gehen ERST zusammen rein, so früh und schnell wie möglich. Denn WENN es verschiedene Sektoren vor der Bühne gibt, für die man sich Zutrittsbänder holen kann, dann wollen wir möglichst weit vorne stehen.

Und wir waren trotz Stau auf der Autobahn perfekt im Plan. Geparkt haben wir im Gateway Gardens, eigentlich ein Langzeitparkhaus für Flugreisende, eine Station vom Flughafen entfernt. Man kann da aber auch als „Tagesparker“ rein und es ist in der anderen Richtung auch nur genau eine Station vom Stadion entfernt. Zusammen mit dem kurzen Fußmarsch von der Haltestelle „Stadion“ rüber zum Deutsche Bank Park waren wir um kurz vor halb Fünf am Einlass.

Als um 17 Uhr die Eingänge öffneten hieß es, die richtige Mischung aus freundlich sein und „aktiv anstellen“ zu finden und gleichzeitig sicher zu stellen, dass die Gruppe zusammen bleibt. Nachdem das geschafft war, ging es direkt in den Innenraum. Dort gab es tatsächlich einen vorderen Bereich. Als wir dort rein sind, war er noch nicht voll, aber schon einigermaßen gefüllt.

Normalerweise funktioniert das so: Diese Sektoren sind für eine bestimmte Anzahl Personen ausgelegt und es gibt exakt so viele Armbändchen. Auf vielen Konzerten werden diese Armbändchen direkt beim Betreten des Sektors ausgehändigt und wenn keine mehr da sind, dann kommt auch keiner mehr rein. Nicht so in Frankfurt. Hier wurden zunächst alle rein gelassen und wenn man den Sektor verlassen wollte, musste man sich ein Bändchen holen. Merkt ihr, wozu das führt? Na? Genau. Wenn wir nun einfach gemütlich im Sektor geblieben wären, dann hätte es passieren können, dass z.B. eine Stunde später, beim Versuch, Getränke zu holen, keine Bändchen mehr da gewesen wären und wir dann nicht mehr zurück in den Sektor hätten gehen können. Oder dass manche besonders ausdauernde Gesellen ihn einfach nie mehr verlassen hätten und dann zuviele Leute drin gewesen wären. Da sag ich immer: EIN MAL mit Profis arbeiten!

Stefan und ich haben das schnell erkannt und die ganze Truppe schnell mit Bändchen versorgt. Ab dann waren wir vorläuftg entspannt:

Es haben alle eins bekommen. 1. Welle!

Und so sah das dann aus, wenn man sich mal umgesehen hat:

Nachdem wir jetzt also erfolgreich drin waren, ging es gleoich wieder raus. Man muss sich ja nicht jetzt schon stundenlang die Füße platt stehen. Erst mal was trinken und essen, Leute schauen…

Erinnert ihr Euch an die Vorhersage zum Wetter? Ja? Genau. Kaum waren wir auf dem Food-Plaza passierte das:

Und ich kann bestätigen: Es bewegte sich keinen Meter weg. Im Grunde hat es eine Stunde lang nicht aufgehört und obwohl das Stadion-Dach geschlossen war, regnete es an den Rändern des Daches rein, weil die Plane die Wassermassen nicht tragen konnte.

Haarige Angelegenheit

Irgendwann haben es trotz Regenwetter alle mal auf die Toilette und zum Essensstand geschafft und drinen ging es absehbar mit der Vorgruppe los. „Avatar“. Kannte ich noch nicht. Und so sind wir – nachdem wir uns über Preise von 50€ für ein Fan-Shirt aufgeregt haben – zurück in unseren Sektor. Und was soll ich sagen: Das hat tatsächlich perfekt geklappt. Am hinteren Ende dieses Bereiches war man immernoch sehr nah dran an der Bühne und hatte gleichzeitig ein bisschen Luft zum Atmen. Perfekt.

Nicht so perfekt war die Vorgruppe. Außer lange Haare war da nicht viel – für mich war’s anstrengend:

Up the irons!

Und dann gings los. Ich hab zu Beginn schon angedeutet, dass es diesmal deutlich besser war, als vor drei Jahren. Warum? Weil Iron Maiden sich diesmal nur auf die ersten paar Alben, also die ganz alten Nummern konzentriert hat und die neueren Alben – mit denn ich nicht viel anfangen kann – einfach ausgelassen hat. Darum sah die Setlist auch so aus:

Gute zwei Stunden perfekte Unterhaltung!

Ich weiß, mit dem Handy sieht es nicht gut aus und es hört sich auch nicht gut an… trotzdem: Es war der Hammer:

Und ganz zum Schluss: Wasted Years. Knaller!

Und natürlich darf auch Eddie nicht fehlen. Diesmal sogar mit zwei verschiedenen Kostümen. Einmal bei „Number of the Beast“, und einmal bei „The Trooper“.

Und so ging ein wirklich außergewöhnliches Konzerterlebnis zuende. Um ehrlich zu sein weiß ich nicht, ob ich mir Iron Maiden noch einmal anschauen werde. Denn das hier war wirklich gut. Sie waren noch fit und agil und Bruce hat die Töne gut getroffen. Aber die Jungs sind jetzt auch schon kurz vor 70 Jahre alt. Obwohl: Der Springsteen-Bruce macht ja auch mit Mitte 70 noch viel Druck. Also wer weiß, vielleicht ja doch noch mal.

Viele Grüße,
Bloke